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Hunderte von Reisemobilisten steuerten am Wochenende die Plätze im gesamten Kreisgebiet an / Uwe Beyer:

"Weil hier so nette Menschen wohnen"

Bildunterschrift:  Bernd van Bebber (l.) und Richard van Bebber (r.) bei der Übergabe eines Hymer-Reisemobils an  den Familienvater André Böttcher.

Kreis Kleve – "Weil hier so viele nette Menschen wohnen." Kurz und knapp antworteten Inga und Uwe Beyer auf die Frage, warum sie sich zu den „Niederrheinischen Reisemobiltagen“ in die Region haben locken lassen. Das aus Kassel stammende Ehepaar gehört zur Runde der sogenannten „Reisemobilfreunde Niederrhein“, einem Club mit 220 Mitgliedern, die eines gemeinsam haben: Immer wieder steuern sie mit ihren kleinen und großen Reisemobilen einen der 31 Stellplätze irgendwo zwischen Emmerich am Rhein und Kranenburg im nördlichen und Kerken, Wachtendonk, Issum und Rheurdt im südlichen Kreisgebiet an. 14 Fahrzeuge stark war der stattliche Konvoi diesmal, der sich den Platz unter der von weither sichtbaren Turmwindmühle in Rheurdt ausgewählt hatte.
Marcel und Tatjana Lotz, das Betreuer-Ehepaar für die idyllisch unter Bäumen gelegenen Ruhezonen in der kleinsten Gemeinde des Kreis Kleve, hatten für alles gesorgt, was einen Tanz in den Mai beflügelt. Die Sonne stand hoch am Himmel und sorgte für wohlige 22 Grad, auf der gemauerten Grillstelle drehten sich die ersten Würstchen über der Hitze, mit Horst Krefelder sollte ein Schlagersänger die Liebe der Gäste zum Rheurdter Rasengrün festigen. Alles war gerichtet. Wie vielerorts, wo Dutzende, ja Hunderte von Reisemobilfreunden zum Anlass der Niederrheinischen Reisemobiltage Station machten. "Aufmerksame Zeitgenossen haben die vielen Gäste in ihren rollenden Ferienhäusern kaum übersehen können", zeigte sich Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers überwältigt von dem Andrang, der das letzte Wochenende prägte. Das galt für die Plätze in Geldern – ob "Am Holländer See", "Am Freibad" oder "Am Sportplatz" – das galt auch für das Betriebsgelände der Gelderland-Mobile Lutz & van Bebber, wo die ersten Sonnenstrahlen die Reisemobilisten zum Fachsimpeln bei Kaffee und Kuchen über die neuesten Modelle aus der Hymer-Familie eingeladen hatte.  "Dieser Tag ist in jedem Jahr ein besonderer für unser Haus", verrieten Bernd und Richard van Bebber für einen der größten Reisemobil-Händler der Niederrhein-Region, während sie André Böttcher und seiner Familie ein neues Fahrzeug für den Kurzurlaub aushändigten.
Während sich in Kerken die Aldekerker Platte nach und nach füllte, spazierten die Freizeit-Freunde in Wachtendonk von "Achter de Stadt" ins Innere der durch und durch historisch anmutenden Gemeinde. Viele junge Leute suchten die Eisdiele auf, viele Motorradfahrer hatten ihre Maschinen Reihe um Reihe den Blicken der Fans ausgesetzt. Wachtendonk war wach nach langem Winter.

Zu dieser Zeit war in Goch das erwartungsfrohe Spekulieren um die besten Flächen auf dem Friedensplatz längst Vergangenheit. Gut und gerne 100 Fahrzeuge – eines wertvoller als das andere –
hatten ihre Nähe zur Niers gefunden, wo sich Horst Paufler an diesem Wochenende als erster Ansprechpartner für die Kurzurlauber aus nah und fern verdient machte. "Goch ist gesellig" nennt Paufler einen der wesentlichen Gründe dafür, dass der Friedensplatz als erneut zum Top-Platz ausgezeichnete Reisemobil-Idylle hervorragend angenommen wird. Er ist 2. Vorsitzender des Reisemobilclub Rhein / Maas Goch, der in ihm fast einen "Botschafter" für den stadtnahen Friedensplatz sieht. Einen stattlichen Maibaum haben "seine" Wochenend-Gäste zustande gebracht, haben Waffeln gebacken und Maibowle serviert. Und sie haben getanzt, während die Musik "Der Mai ist gekommen" zum Besten gab.

Ein besonderer Schachzug der Reeser zahlt sich an Wochenenden wie diesen immer wieder aus. Sie platzierten ihre Stellplätze im Herzen der Stadt direkt neben dem "Stadtbad Rees". Ob gutes Wetter, ob schlechtes Wetter – die Rheinstadt ist auf die Gäste gerüstet. So auch in dieser Woche, die alles an Wetter-Kapriolen bot, was man sich als Reisemobilist vorstellen kann. Und so kam auch der RWE-Bücherschrank zum Einsatz, der bei kühlen Temperaturen selbst das "Kinderfach" gepflegt und sortiert vorzeigt.

Als ein "Urtyp hinter dem Lenker" darf durchaus Martin Caris bezeichnet werden, der mit seiner Frau Lis in Kevelaer den Reisemobilhafen Den Heyberg seine zweite Heimat nennt. Der humorige Niederländer war einst Binnenschiffer, später hat er Lastkraftwagen und Reisebusse gelenkt. "Hier ist frische Luft, hier ist Freiheit", reckte er im Gespräch seine Arme in den sonnigen Sonntagshimmel und zeigte voller Stolz seinen elf Meter langen Reisebus-Umbau, der lange Zeit die Niederländer als "Bücherbus" erfreut hat. 52 Bücherschränke hat Caris vor dem Umbau rausgerissen, hat Platz geschaffen für das Schlafzimmer mit dem zweiten Fernseher, die Wohnküche, das Bad und die Sitzrunde im Cockpit des alten niederländischen DAF. Zwei Jahre hat der rüstige Rentner an einer rollenden Bleibe gearbeitet. Ohne Proteste sei er durch den TÜV gekommen. Und ohne Protest verbringt seine "liebe Lis" seither jede nur mögliche Stunde in dem stattlichen Gefährt. Und wenn sie denn angekommen sind, dann gibt es als erstes zwei Glas Rotwein vor der schweren Tür des "alten Freundes".

Bildunterschrift: Bezeichnend für den Kreis Kleve im Frühjahr: Der Blick auf leuchtend gelbe Rapsfelder.

Bildunterschrift: Die „Reisemobilfreunde Niederrhein“ hatten sich für das Wochenende den Platz unter der Turmwindmühle in Rheurdt als Ziel ausgesucht.

Bildunterschrift: Den Kreis Kleve bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen mit dem Fahrrad erkunden: Darauf freuen sich Inga und Uwe Beyer.

Bildunterschrift: Ein Erlebnis: Von „Achter de Stadt“ ins Innere der historisch anmutenden Gemeinde Wachtendonk.

Bildunterschrift: Eine Fahrt durchs Grüne: Die Gemeinde Wachtendonk lockt nicht nur mit historischem Gemäuer, sondern auch mit blühender Natur.

Bildunterschrift: Martin Caris genießt mit seiner Frau Lis gerne ein Glas Rotwein in der Sonne vor dem ehemaligen „Bücherbus“.

Bildunterschrift: Immer einen Besuch wert ist das „Alt Derp“ in Kevelaer.

Bildunterschrift: Auf dem „Friedensplatz“ in Goch genießt Horst Paufler (Mitte) mit seinen guten Seelen das Wochenende.

Bildunterschrift: Horst Paufler, 2. Vorsitzender des Reisemobilclub Rhein / Maas Goch (Mitte) machte sich in Goch als erster Ansprechpartner für die Kurzurlauber aus nah und fern verdient.