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Eine RP-Kolumne von Hans-Josef Kuypers, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve

 

Ausgabe 13 / 01.04.2020

Mit dem 24/7 ins Buch der Rekorde

 Am Zahltag des Monats führen viele Firmenchefs ein „Leben am Limit“

Es gibt keinen Zweifel daran: Der heutige Tag ist für viele unternehmerisch Tätigen ein bitterer. Der Erste eines Monats ist immer noch „der“ Zahltag für Löhne und Gehälter. Das ist auch in Zeiten, in denen Corona das Leben bestimmt, nicht anders. Und dies, obschon Ladenlokale komplett geschlossen sind, Hotels und Gaststätten ihre Gastlichkeit zurückgefahren haben und das öffentliche Leben auf das eben Lebensnotwendige zurückgeschraubt wurde. Eines darf man sagen: 

Vor Ort leben viele schlichtweg – ob mit oder ohne Kurzarbeit – von der Substanz. Oder anders ausgedrückt, sie leben am Limit, das am Zahltag häufig genug von der Hausbank bestimmt ist.  

Da ist es doch ungeachtet aller Herausforderungen, Risiken, Probleme und Bedrohungen erfreulich zu wissen, dass die Akteure um Bund, Land, Kreis und Kommunen alles Menschenmögliche unternehmen, um die finanziellen Schwierigkeiten dieser gesundheitlichen Bedrohung mit Milliarden aus öffentlicher Hand irgendwie abzufedern. 

Hätten wir uns alle überhaupt vorstellen können, dass die bedrohliche Not vor Ort bei Kleinunternehmern, Freiberuflern und Solo-Selbstständigen binnen 44 Wochenend-Stunden zu 150.000 Anträgen auf das NRW-Soforthilfe-Programm führt? Das allein fordert Schulterklopfen bei allen IT-Spezialisten dafür, dass die Leitungen gehalten haben. Und hätten wir jemals gedacht, dass beachtliche 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch am selben Wochenende 100.000 (!!!) dieser Anträge mit dem Stempel „Bewilligt“ weiterreichen konnten? Das sind annähernd 150 für jeden Wochenend-Dienstler... Eigentlich, so denke ich, gehört so etwas ins Buch der Rekorde wie so vieles, das derzeit hinter der Angst vor Corona kaum bemerkt passiert. 

Stand vor Monaten das 24/7 noch für jene, die ihre Umsätze im Internet machen, so steht es heute auch für mancheinen, der derzeit das Schlimmste zu verhindern versucht – in der Gesundheitswirtschaft, in Politik und Verwaltung. 

Noch am vergangenen Freitag hörte man – auch von der Kreis-Wirtschaftsförderung – kritische Stimmen dazu, dass die Förderkulisse die für unsere Region so wichtigen Bereiche wie Gartenbau und Landwirtschaft vernachlässigte. Der Ministerentscheid wurde am Wochenende nachgeholt, die ersten Anträge noch am Samstagvormittag gestellt und – man lese und staune – am Samstagabend bewilligt. 

  

Ausgabe 12 / 25.03.2020

Das „Wir“ bestimmt den Kurs

Es gibt Berufe, bei denen gehört ein ebenso ausgeprägtes wie verlässliches Bauchgefühl zu den ganz wichtigen Eigenschaften. Der des Wirtschaftsförderers gehört zweifelsfrei dazu. Horcht man gegenwärtig in sich hinein, dann wird man den Eindruck nicht los, dass Corona in nur wenigen Wochen unendlich viel verändert hat. 

Nein, es geht bei dieser Aussage nicht um die Angst vor den Folgen der Krankheit. Es geht weder um die schrecklichen Bilder aus dem nachbarlichen Italien noch um die Auswirkungen auf Jung und Alt in unserem Land. Dies alles ist schlimm genug. Und auch die wirtschaftlichen Rückschritte, die sich vom Solo-Unternehmer angefangen bis zum gestandenen Hoteldirektor durch alle Bereiche unseres ökonomischen Handels fressen dürften, sind nicht gemeint. Ja, Corona wird auch unseren Arbeitsmarkt beschädigen und die nie dagewesene Zahl von über 100.000 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreisgebiet schrumpfen lassen. Eines aber – und das lässt einen Funken Zuversicht in diesen Zeiten – scheint das Bauchgefühl zu zeigen: Das „Wir“ gewinnt an Bedeutung. 

Wer auch immer in den letzten Tagen die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve kontaktierte, der hatte auch für seine Berufskollegen ein offenes Ohr. Bäcker und Konditoren suchen wie andere Lebensmittel-Handwerker nach abgestimmten Lösungen, die beratenden Berufe bieten wichtige Hinweise breit gestreut und ansatzweise kostenfrei an, die Werbewirtschaft hört auf den Hilferuf im Wettbewerb und auch in der Kreditwirtschaft suchen die Vorgehensweisen nach Gemeinsamkeit. Die Hilfsbereitschaft bündelt in schwierigen Zeiten ihre Kräfte und das „Wir“ bestimmt den Kurs. 

Auch wenn die frischen, dringend benötigten Gelder noch auf sich warten lassen, so lässt dies zumindest hoffen. 

 

Ausgabe 11 / 18.03.2020

Der Schritt des Existenzgründers geht Richtung kaltes Wasser

Bereits die Wortwahl deutet einen gewissen Grad von Selbstüberwindung an: „Wagen Sie Ihren Sprung in die Selbstständigkeit!“ Man erinnert sich an die ewig langen Sekunden, die man hochoben auf dem Zehn-Meter-Turm gestanden hat. Es kommt der Gedanke, warum man sich genau dies antun will, wo doch auch ohne alledem die Welt völlig in Ordnung ist? Und hat man den Absprung geschafft – verfolgt von den Blicken der Freunde und Förderer am Beckenrand – wie wird die Landung sein? Ja, der Schritt des Existenzgründers geht Richtung kaltes Wasser. 

Wohl auch deshalb zeigen sie manches Mal unübersehbar Nerven. Sie haben kalte oder schweißnasse Hände, suchen nach Wegen zu ureigener Überzeugung, freuen sich über jeden hauchdünnen Schub von Optimismus, der sie an den selbst gefertigten Businessplan glauben lässt. Keine Frage: Jede Form von Existenzgründung erfordert neben allen finanziellen Grundlagen ein gerüttelt Maß an Mut, an Selbstbewusstsein, an Weitsicht und Rückendeckung. Wohl auch deshalb ist es manches Mal so wichtig, in direkter Nachbarschaft von Gleichgesinnten ureigene Ideen zur Verwirklichung treiben zu können. 

Also gäbe es sie nicht schon seit Jahren – man müsste die Technologie-, Gewerbe- und Gründerzentren der Region erfinden. Man müsste den Klevern näher bringen, das Technologiezentrum an der Boschstraße in die Tat umzusetzen. Man müsste den Ratsvertretern in Kalkar nachweisen, dass ein Gewerbe- und Gründerzentrum dem Standort Image-Vorteile beschert und den Menschen in der Herzogstadt Geldern deutlich machen, dass es den Unternehmerpreis „De Geldersche Wend“ für IST Haafner im letzten Jahr wohl ohne diese vorhandene Infrastruktur nicht gegeben hätte. 

Der Automatisierungs- und Steuerungstechniker war Am Pannofen einst Mieter im Gründerzentrum – heute hat er etwa 20 Mitarbeiter und nennt den Respekt der Branche sein eigen. Wie Architekt Philipp von der Linde – einst im Ein-Mann-Büro des Gründerzentrums in der Innenstadt – heute im schmucken Domizil Am Nierspark in Geldern aktiv. 

Seit seiner Neuausrichtung durch Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler ist das Gewerbe- und Gründerzentrum in Kalkar-Kehrum vollends ausgelastet – liefert seinen Mieterinnen und Mietern genau das Wir-Gefühl, das in schwierigen Gründerzeiten manchmal notwendig scheint. 

Die Gemeinde Kranenburg freut sich Jahr um Jahr über die project Automation & Engineering GmbH. Gut 100 Mitarbeiter stark ist das Team von Johannes Jansen und Stefan Opgenorth im Hammereisen 42. Zwischen 1995 und 1998, also vor mehr als 25 Jahren, erlebten die erfolgreichen Firmenchefs ihren „Sprung in die Selbstständigkeit“ im Technologie-Zentrum Kleve.  

Dutzende sind es, die hier ihren Traum von ureigener Selbstständigkeit in die Tat umsetzten. Nun wurde es bei stetig hoher Auslastung von den Geschäftsführern Dr. Joachim Rasch und Dr. Andreas Henseler mit „kleinem Geld frisch gemacht“ – für den Schritt des Existenzgründers Richtung kaltes Wasser.  

 

Ausgabe 10 / 11.03.2020

Landkarten sind Hoffnungsträger

Standortqualitäten, ob regional oder lokal, bieten vor allem einen Vorteil: Sie sind Nachweis für einen besonderen Bedeutungsüberhang und qualifizieren und positionieren für eine neue Art von Landkarte. So schaffte es das Museum Schloss Moyland vor Jahrzehnten ins Blickfeld der Kunst- und Kulturfreunde – Joseph Beuys und seinen Anhängern sei Dank. Das Jugendfestival Courage, das Haldern-Pop oder das Parookaville – sie suchten Profilierung in bis dahin nicht da gewesenen Segmenten und schafften es in die Terminkalender der Jungen und jung Gebliebenen. 

Der Blick nach Weeze macht besonders überzeugend deutlich, wie schnell – und dies im wahrsten Sinne des Wortes – ein Airport eine überschaubare Gemeinde auf die Landkarte der ganz Großen katapultiert. Weeze / Agadir, Weeze / Málaga, Weeze / Valencia, Weeze / Edinburgh oder Weeze / Rom. Schnell, vielleicht zu schnell für uns Niederrheiner, gewöhnen wir uns an qualifizierende Merkmale dieser besonderen Qualität und Güte. 

Auch der Hafen in Emmerich am Rhein unterstreicht bis heute, dass die vielzitierte Tri-Modalität bei Vorhandensein von Flächen fast unweigerlich zum Image eines erfolgreichen Logistik-Standortes führt. Auch hier in der Rheinstadt wurde alles getan, um die unbeschreibliche Entwicklung des Kreisgebietes von knapp 80.000 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vor gut einem Jahrzehnt auf heute 103.000 bei zeitgleicher Rückführung von Arbeitslosigkeit und Hartz IV-Empfängern zu stärken. Dies alles gab der Region Kraft und Rückgrat. Und es formte das Selbstbewusstsein, sich unter die Großen einer Expo Real in München zu mischen, schlichtweg Jahr um Jahr auf „die“ Messe für Immobilien und Investitionen in Deutschland zu gehen. 

Zur Stunde freut sich die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve über eine wohl nie dagewesene Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen aus dem In- und Ausland. Gut 40 Hektar sind es in Summe – für Verwaltung, klassische Lagerung, Logistik und Produktion. Längst nicht alle würden qualifizierte Arbeitsplätze und gute Einkommen bescheren. Eines allerdings bescheren sie zu unserer Freude alle: den Nachweis, dass der Kreis Kleve auch auf der Landkarte der Investoren angekommen ist, denn Landkarten sind Hoffnungsträger.

 

Ausgabe 9 / 04.03.2020

In spürbarer Nähe zur „Dimension Weltraum“

Auch wenn das alltägliche Twittern der Großen dieser Welt keineswegs spurlos an den Nerven der Menschen vorübergeht, so bleibt doch festzuhalten: Gegenwärtig darf sich eine ganze Generation mit jedem neuen Tag darüber freuen, dass sie bis dato in Frieden und ohne jede Spur von Kriegswirren hat leben dürfen. Eine Erfahrung, die wohl nicht hoch genug eingeschätzt werden kann und die mitnichten das persönliche Verdienst des Einzelnen ist.

Es kümmern sich andere, und je besser sie es tun, je weniger bemerken wir es. Wohl auch deshalb ist es immer wieder wichtig, dass sich unsere Bundeswehr- und Nato-Standorte ab und an einen Spaltbreit der Öffentlichkeit zeigen und uns alle daran erinnern, Gewohntes wie friedfertiges Miteinander Wert zu schätzen. 

So war vor wenigen Monaten die Gruppe der Wirtschaftsförderer der Städte und Gemeinden auf Anregung der Kreis-WfG in Uedem zu Gast. Das Ziel:  Kennenlernen des „Zentrum Luftoperationen als höhere Kommandobehörde der Luftwaffe und der Kompetenzträger der Luftwaffe für die Planung und Führung von Luftoperationen“, hieß es in der Tagesordnung.

Mehr als 1.500 Personen sind in Kalkar und Uedem tätig, so war zu erfahren. Sie alle wohnen und arbeiten in der Region, haben ihre Familien hier, sorgen für Kaufkraft und lokale Umsätze. Ein Wirtschaftsfaktor also, der neben allen hochbedeutsamen übergeordneten Zielen auch nicht unterschätzt werden darf. 170 Millionen Euro werden hier vor unserer Haustür gerade in die Infrastruktur investiert – in die Digitalisierung des Standortes, in ein neues Ausbildungszentrum, eine Sporthalle, in Wirtschaftsgebäude. Und unsere heimischen Firmen steuern die Baukräne, setzen das Mauerwerk, leisten den Innenausbau. Und, was auch den Wirtschaftsförderern wichtig war, sie lassen hier vor Ort ihre Gewerbesteuer.   

Auch in diesen Tagen war es wieder einmal soweit. Der Kommandeur Zentrum Luftoperationen Generalleutnant Klaus Habersetzer und der Standortälteste Kalkar/Uedem, Generalmajor Walter Huhn, hatten in die von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar geladen – zum traditionellen Fischessen. Viele Repräsentanten aus der Region ließen es sich nicht nehmen, ihre Wertschätzung und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Allen voran waren es Bundes- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, der ehemalige wie aktuelle Honorarkonsul der Niederlande und viele andere, die an die Kalkarer Römerstraße angereist waren. Sie lieferten ihre Zeichen der Wertschätzung für die gesamte Region. Und dankten damit für die Sicherheit im Luftraum, der man sich hier in Kalkar und Uedem verschrieben hat. „Die Weltraum-Operation ist „das“ Feld der Luftwaffe“, hatte der Generalleutnant beim Grußwort an seine teils erstaunten Gäste betont. Man werde von hier aus „die Arbeit an der Dimension Weltraum weiterführen“, versprach Habersetzer. Und der Niederrheiner staunt.  

 

Ausgabe 8 / 26.02.2020

„Win-Win-Situationen“ bei zielführender Zusammenarbeit

Man mag es ja noch so bedauern, die Anglizismen, also die aus dem Englischen stammenden und sich in unserer deutschen Sprache festgesetzten Ausdrücke nehmen langsam aber stetig mehr und mehr zu. Wir joggen, wir walken, trinken unseren Kaffee „to go“. Und ganz nebenbei suchen wir insgeheim nach sogenannten „Win-Win-Situationen“.

Eine solche bietet unseren Unternehmern seit nunmehr gut zehn Jahren unsere Hochschule Rhein-Waal. „Haben Sie ein Problem, von dem Sie nur ansatzweise vermuten, unsere Hochschule und ihre Studierenden könnten den Lösungsansatz bieten – sprechen Sie uns an“, hat Hochschul-Präsident Dr. Oliver Locker-Grütjen im letzten Jahr kreisweit im Rahmen der Unternehmerfrühstücke zum Ausdruck gebracht.

„Schwellenangst abbauen“ lautete seine Devise – und manch ein Teilnehmer wird diese entgegenkommende Offerte mit Wohlwollen gehört haben, nach der letzten Entschlusskraft allerdings noch suchen.

Gerade diesen sei gesagt, dass sich aus einem engen Miteinander zwischen Unternehmen und Hochschule keineswegs nur einseitige Vorteile verbuchen lassen. Im Gegenteil: Es dürfte und wird sich in vielen Fällen zu einer bereits zitierten „Win-Win-Situation“ entwickeln, bei der sich für die Hochschule auch finanzielle Freiräume durch Generierung sogenannter Drittmittel ergeben.

In Nordrhein-Westfalen wächst die Summe dieser Drittmittel in den letzten Jahren deutlich, nach Einschätzung des Statistischen Landesamtes um nahezu acht Prozent. Will meinen: Die etwa drei Millionen Euro, die an der Hochschule Rhein-Waal als Drittmittel zu erwarten sein dürften, spiegeln auch wachsende Zuneigung und Freude über zielführende Zusammenarbeit. Denken wir doch alle einmal darüber nach – beim Joggen, beim Walken oder beim Kaffee „to go“.  

    

Ausgabe 7 / 19.02.2020

Fachleute mit unseren Standortqualitäten locken

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Interviewrunden mit lokalen Firmenchefs bei den Unternehmerfrühstücken und -abenden mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve kreisweit allseits als Bereicherung empfunden werden. Mögen die Beiträge der Hauptreferenten noch so überzeugend sein – es ist einfach zufriedenstellend, auch die gewinnenden Argumente des Unternehmer-Kollegen vor Ort im O-Ton geboten zu bekommen. Und wen wundert es – immer wieder geht es dabei auch um das Thema Fachkräftemangel und die Rekrutierung von Netzwerkadministratoren, von Fachinformatikern, IT-System-Kaufleuten, Software-Entwicklern und Web-Designern. Kurzum: Die IT-Berufe sind für viele Firmenchefs ein echter Engpassfaktor.

Nicht nur deshalb wächst derzeit im regionalen Umfeld der Kreisstadt eine Gruppe von IT-Spezialisten zusammen, die firmenübergreifend mit dem Arbeitstitel „Niederrhein-Valley“ nach Motiven und Wegen sucht, Fachkollegen den alltäglichen Weg in die Ballungsräume zu ersparen und vor Ort angemessene Jobs zu etablieren. 

Schon vor Monaten hat eben diese Gruppe von Akteuren dem Berufskolleg Kleve deutlich „unter die Arme gegriffen“, als man hier zur Schaffung einer ureigenen und stetigen Berufsschulklasse zum „Fachinformatiker“ die Rückendeckung ausbildungswilliger und -bereiter Unternehmer brauchte. Die Unterstützung folgte auf dem Fuß – zur Begeisterung aller eingebundenen Funktionsträger. Das Ziel wurde erreicht. 

Als es unlängst im Rahmen eines Unternehmerfrühstücks mit der Kreis-Wirtschaftsförderung ein Interview mit einem Firmenchef gab, der seit langem schon selbst ausbildet, der nahezu 100 IT-Fachleute beschäftigt und die Frage nach dem „Wie machen die das“ anstand, da war die Antwort durchaus überraschend: „Ja, junge IT-Fachleute suchen gerne den Weg zu uns. Zu unseren vielfach gewinnenden Vorstellungsgesprächen mit engagierten jungen Bewerberinnen und Bewerbern zählt stets auch eine meist überzeugende Rechenaufgabe: „Haben Sie eingepreist, wieviel Ihres höheren Gehaltes in der Landeshauptstadt für die allmorgendliche Tortur auf der Autobahn verloren geht? Was müssen Sie mehr verdienen, wenn Sie die Zweitwohnung angemessen honoriert bekommen wollen? Stellten Sie bei der Überlegung eines Wohnsitzwechsels bereits die Vorteile dagegen, die Sie durch preiswerteres Wohnen oder gar das kostengünstigere Bauen auf günstigem Grundstück bei Beibehaltung des Arbeitsplatzes vor Ort erleben?“

Es gab viel zustimmendes Kopfnicken und Respekt, es gab lauten Applaus und erkennbare spätere Ansprachen für den Wortbeitrag. Und es machte sich der Eindruck breit, dass vorhandene Standortqualitäten zwischen Schwanenburg und Geldertor künftig deutlicher zur Sprache kommen. 

 

Ausgabe 6 / 12.02.2020

„Prexit“ ist noch nicht in Sicht

Es ist schon Jahre her, seit uns weitsichtige Menschen das papierlose Büro versprachen. Und mindestens genauso lange arbeiten wir an dieser Herausforderung – einerseits der Umwelt zuliebe und andererseits wohl auch, um den allerorten steigenden Kosten Einhalt zu gebieten. So richtig papierlos jedoch geht es nach wie vor fast nirgendwo zu.

Seit langem schon gehen wir alle davon aus, dass man in Zeiten absolut brillanter Bildqualitäten von IPhones, Tablets, Laptops und Co. und einem permanent verfügbaren und jederzeit optimierbaren Internet-Auftritt irgendwann den Abgesang für alles hinnehmen muss, was einstmals aus der Druckerpresse kam und heute die teils riesigen Druckstraßen verlässt. Oder anders formuliert: Es ist zu erwarten, dass nach dem Grexit und dem Brexit irgendwann der Prexit folgt – die Abkehr vom Print-Produkt.

Sieht man sich allerdings im Alltag um, so gehört das gedruckte Wort nach wie vor zu unserem Frühstückstisch. Die Zahl der Fachmagazine und der Special-Interests scheint sich stetig zu vermehren und die Freude über Bebildertes in vier Farben gehört wie immer auch zu denen, die Urlaubsfreuden oder Städtetrips entgegensehen.

Wie könnte es sonst sein, dass den Besuchern der jüngsten Touristikmesse Niederrhein die Freude darüber an den Augen abzulesen war, dass man an den einladenden Ständen von Kreis, Stadt und Gemeinde erstmals die quadratische, 24seitige Broschüre zur „Fahrrad-Region Kreis Kleve in Knotenpunkten“ kostenfrei ausgehändigt bekam – ausgestattet mit gleich sechs Fahrradrouten durchs Kreisgebiet.

„Alles eine Frage der Zielgruppe“, wird der eine oder andere da behaupten. „Selbstverständlich“, kann man da entgegnen. Aber die Zielgruppe, die sich heute auf den Tourismus-Messen landauf landab bewegt, ist nach wie vor zu den „Best Agern“ zählend und dürfte nach unserem Augenschein noch viele Jahre kommen. Gut so. Der Niederrhein dankt und freut sich.      

  

Ausgabe 5 / 05.02.2020

Der „Tag der Ausbildung“ schlägt jedes Sabbatjahr

Nein, ich erwarte überhaupt nicht, dass jeder Mensch alle meine Ansichten teilt. Und spätestens dann, wenn sich erste Jahresringe auf der eigenen Stirn bemerkbar machen, dann hält man sich sowieso bei ausgesprochen jungen Themen gerne zurück. Eines allerdings, das ruft bei mir Reaktionen zwischen Nachdenklichkeit, Kopfschütteln und Unverständnis hervor: Das Sabbatjahr nach Erreichen der Hochschulreife. Es dient vielfach – so wird kolportiert – der inneren Einkehr und der Überlegung zur beruflichen Orientierung.

Es ist unübersehbar, dass sich wohl alle tragenden Teile unserer Gesellschaft anstrengen, jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben – ob mit oder ohne Studium – so leicht wie möglich zu machen. Nie zuvor waren die denkbaren Karrierewege den jungen Leuten so nahe und stecken meistens – dem Handy sei Dank – hinten rechts in der Jeans.

Da gibt es Einladungen zu Praktika, zu Tagen der offenen Tür und Werbefilme wie in den Kinos. Ob in Emmerich am Rhein oder Rees, ob in Kleve, Kalkar oder Wallfahrtsstadt Kevelaer, in Straelen oder nun in Geldern: Das Informieren und das Werben war auf Ausbildungs- und Job-Messen selten so ausgeprägt wie zur Stunde. 130 Anbieter buhlten beim „Tag der Ausbildung“ in der alten Herzogstadt um die Entscheidung junger Kandidaten. Auch Hochschulen waren an Bord, um Einstiege als Dualer Student oder Vollzeit-Studiosus schmackhaft zu machen. Und wer denn als einer der 3.000 Suchenden bei alledem seine Übersicht in Gefahr sah, für den gab es unterstützende Hilfen von den Berufskollegs, der Agentur für Arbeit, den Kammern, den Wirtschaftsförderern, von ausgewählten Firmenchefs als Seminarleiter und vielen mehr.

Es sei also die Ansicht erlaubt: Für die bereits zitierte berufliche Orientierung wird richtig viel bewegt, und zwar aus allen nur denkbaren Bereichen mit stets dem einen Ziel: Der Jugend hier vor Ort Chance, Perspektive und Zukunft zu bieten.

Bleibt also wohl die innere Einkehr als Argument fürs Sabbatical. Verstanden, das zählt nach schweren Wochen vorm Abitur. Aber gleich ein ganzes Jahr, wo doch alle beruflichen Weichenstellungen erkennbar sind und das richtige Leben mit allen spannenden Herausforderungen wartet? Es stehen mindestens zwei Semester oder ein ganzes Ausbildungsjahr auf dem Spiel. Es lohnt, kurz darüber nachzudenken.

 

Ausgabe 4 / 29.01.2020

Nicht nur für Romantiker

Eine derart spontane und abgrundtief ehrliche Antwort kommt nicht alle Tage vor: „Ich habe als Praktikant bei einem Großevent-Veranstalter schon früh erleben müssen, dass in der Hotellerie und Gastronomie immer dann gearbeitet wird, wenn ich gerne mitfeiern würde“, sagte der junge Mann vor kleiner Journalisten-Runde. Deshalb habe er seinen Traum aufgegeben und eine andere Perspektive gesucht.

Heute ist er Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei einem namhaften Arbeitgeber der Ernährungsindustrie. Und als solcher war er nicht dabei, als einige hundert fleißige Dienstleister in diesen Tagen im Wunderland Kalkar gemeinsam mit Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft das Glas auf's neue Jahrzehnt erhoben. „Neujahrsempfang des DEHOGA NORDRHEIN“ war die Veranstaltung überschrieben. Und wohl alle – ob in feinsten Roben oder in einfachen Jeans und T-Shirts, ob mit frechem Dirndl oder mit breitem Schnauzbart – sie hatten eines gemeinsam: Die Freude, an diesem Abend einmal auch sich selbst feiern zu dürfen.

Ob Köche oder Hotelfachleute, Hotelkaufleute oder Fachleute für Systemgastronomie, Restaurantfachleute oder Gastgewerbe-Fachkräfte – sie alle stießen gemeinsam mit den Sponsoren der Brauwirtschaft und Getränkeindustrie an. Und Han Groot Obbink als regionaler DEHOGA-Chef war einmal mehr der überzeugende Motivator.    

Bleibt die Frage, ob wir uns ab und an und immer wieder der Tatsache bewusst sind, wie wertvoll für uns alle diese jungen und jung gebliebenen Menschen sind. Ob zu Ostern oder Pfingsten, ob in der Weihnachtszeit oder zum Silvesterfeuerwerk – sie sind für uns da. Und tun es allen jenen gleich, die in Pflegeeinrichtungen tätig sind oder an Krankenbetten stehen – und häufig genug zum Mindestlohn unterwegs sind.

Es gibt eher keine zwei Meinungen darüber, wie wichtig der richtige Wirt für einen intakten Stadtteil, wie bedeutsam das strahlungskräftige Speiselokal für einen Standort sein kann. Ob er nun Kalli oder Benni heißt, ob es der Willi ist oder der André. Für echte Romantiker hat der Gassenhauer über „Die kleine Kneipe“ nach wie vor Gehaltvolles.   

 

Ausgabe 3 / 22.01.2020

Die Leute hier, die haben den Schlaf aus ...

Manchmal ist es durchaus erfreulich, wenn einflussreiche Zeitgenossen am richtigen Ort im geeigneten Moment deutliche Worte finden. Wenn die Wortwahl dann auch noch dazu geeignet ist, Formuliertes für einen Platz in den Schlagzeilen der mehr oder weniger bunten Blätter zu qualifizieren, dann ist es umso besser. Es dürfte etwa drei Jahrzehnte her sein, als ein Regierungspräsident aus Düsseldorf, dem man nachsagte, sehr gerne seinen Ausgleich beim Radfahren unweit von Vater Rhein zu suchen, über die Anziehungskraft der Region nachdachte. Und mehr oder weniger laut sprach er aus, was so deutlich noch kaum einer vor ihm hatte sagen wollen: „Der Tourismus am Niederrhein ist ein schlafender Riese.“ 

Wumm. Das war angekommen. Das Kreisgebiet dürfte damals gute 300.000 Übernachtungen in die Jahrbücher des damaligen Statistischen Landesamtes geschrieben haben. Seither ist viel passiert. Die öffentliche Hand hat sich mächtig bewegt, die Privaten haben Morgenluft geschnuppert und an die Chancen wachsender Gästezahlen geglaubt und die Tagestouristen, Kurzurlauber und Fahrrad-Enthusiasten haben ihre Wertschätzung gegenüber Land und Leuten zu buchbaren Umsätzen gewandelt. Heute, da die Tourismusförderer aus Städten und Gemeinden wieder ausschwärmen zu den kleinen und großen Touristik-Fachmessen eines jeden Frühjahres, da träumt man im Kreisgebiet zurecht vom Erreichen der Million Übernachtungen. 

Die Hotel-Szene ist sowohl qualitativ wie quantitativ gewachsen. Burgen und Schlösser haben sich rausgeputzt. Bauernhof-Cafés und Mühlenvereine beweisen Gastlichkeit. Die Zahl der Reisemobil-Stellplätze in jeder Stadt und Gemeinde macht selbst Fachleute zufrieden. Und immer öfter suchen Private ihr persönliches Hobby im Betreiben ihrer ureigenen Ferienwohnung, von denen es über 400 gibt. Kurzum: Das Angebot stimmt und würde heute jeden Regierungspräsidenten Lügen strafen, wiederholte er die damalige Aussage. 

Das Wunderland Kalkar schreibt sechsstellige Übernachtungszahlen. Die Veranstaltungslandschaft um Courage & Co. blüht. Der Airport Weeze lockt mit Flugbewegungen und Riesen-Events. Die Freizeit-Erlebnisoase Irrland begrüßt siebenstellige Gästezahlen und im Kreisgebiet zeigt man nach 450.000 Euro-Investition voller Zufriedenheit auf 1.000 Kilometer Radwegenetz, das nun in seine mit Spannung erwartete erste Saison mit neuem Knotenpunktsystem geht. 

Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, dass ein einflussreicher Zeitgenosse vom Rad steigt, sich die Augen reibt und über seine Lippen bringt: „Echt riesig, was hier passiert ist. Die Leute hier, die haben den Schlaf aus...“.

 

Ausgabe 2 / 15.01.2020

Der Schmetterling heißt die Region willkommen

Er ist genau so selten geworden wie der einst von Liedermacher Reinhard Mey besungene Maikäfer: Der Schmetterling. Neben dem „Willkommen“ zeigt sich die Seite der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Netz mit einem solchen farbenfrohen Hingucker, der den Besuch dieser medienwirksamen Messe empfiehlt und damit 1.800 Aussteller aus 61 Ländern und 400.000 Besucher weltweit anlockt. 300 Fachveranstaltungen, Foren, Seminare und Kongresse machen das Gelände unter dem Funkturm zum „Davos im Agrobusiness“. Und der Niederrhein ist dabei.

Trotz der nachdenklich stimmenden Zeiten, in denen die tagesaktuellen Nachrichten eher den Weltfrieden in Gefahr sehen denn den Fokus auf Maikäfer und Schmetterlinge richten, kommt man in Berlin schnell an den Punkt, wo sich Achtung, Anerkennung und Respekt vor den Leistungen der Grünen Branche bündeln. Dieses Schaufenster der Welt zeigt einmal mehr überzeugend auf, dass die Branche in Gummistiefeln, wie manche oberflächlich urteilen, seit jeher klug, weitsichtig und marketinggerecht ihre Nischen pflegt. Wie sonst stellt man bei sich selbst fest, dass man schon als Kleinkind den Namen „Bauer Lamers“ als Vor- und Nachname empfand, dass der Volksmund „Kraut Koppers“ aus Goch oder „Mettwurst Thönes“ aus Uedem zum Synonym für Regionale Produkte machte und die Metzgerei Quartier aus Kleve oder der „Spargelhof Allofs“ aus Walbeck Beruf und Berufung wie selbstverständlich zum Bestandteil des ureigenen Namens reifen ließ?

Dies alles hat auch mit Identifikation zu tun, wie sie Haupt- und Ehrenamtliche gegenwärtig auf der Internationalen Grünen Woche deutlich und dankenswert für uns alle unter Beweis stellen.

Wer denn schon einmal das Glück hatte, für eine gute halbe Stunde lang mit dem Heißluftballon über der von Sonne verwöhnten Region zu schweben, der vergisst es nie: Das Bild der Städte und Gemeinden, der Wasser- und Landstraßen, vor allem aber das naturgeprägte Schachbrettmuster, das Wald und Feld in ein beeindruckendes Miteinander bringt. Alle jene, die sich im Tagesgeschäft um die Farbenpracht dieser Eindrücke bemühen – begleitet von wirtschaftlichen Herausforderungen im Umfeld einer unter Preisdruck stehenden Ernährungsindustrie, von ewig kritischen Begleitern, von Generationswechsel-Problemen und Fachkräftemangel – alle jene stehen derzeit in der Bundeshauptstadt für uns auf dem harten aber imagefördernden Messeboden. Und dies in den meisten Fällen nicht zum ersten Mal.  

„Seit 1926 international einzigartig“, empfindet sich die Internationale Grüne Woche, also im Berlin der Zwanziger Jahre auf den Weg gebracht. Schon drei Jahre später, am 1. Januar 1929, gründete Dr. Walther Klein-Walbeck mit 55 Kleinbauern, Handwerkern und Arbeitern die „Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend“. Sicher ist also, dass die Suche nach Aufmerksamkeit, Interesse und Erfolg nicht ganz neu sind. Und verbrieft, oder besser vertont, ist auch das ewige Ringen um den Weltfrieden und die Geschenke der Natur.

Schon in seinen frühen siebziger Jahren, als der Liedermacher, Poet, Vegetarier und Tierschützer Reinhard Mey „Über den Wolken“ schwebte, teilte er uns in einem seiner vielen Lieder mit: „Und wenn ich denn wüsste, dass morgen die Welt unterginge… so würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Mey konnte schon als junger Pilot die Welt von oben sehen, hat somit das naturgeprägte beeindruckende Schachbrettmuster unter den Wolken mehr als nur einmal erlebt. Will meinen: Setzen wir also auf den Schmetterling, der unsere Region zur Internationalen Grünen Woche willkommen heißt.

 

Ausgabe 1 / 08.01.2020

Plädoyer für die farbenfrohe Schleife

Kreis Kleve – Und fast schon haben wir uns daran gewöhnt. Mit dem mitternächtlichen Silvester-Feuerwerk tragen die Kassenbons – ob als häufig völlig überflüssiger kleiner Streifen von der Ladentheke oder als beeindruckende Rechnung vom Hersteller – die 2020 als Jahreszahl. Vorbei ist einmal mehr die Zeit, die den Wirtschaftswunder-Kindern einstmals als das „Hochfest des Einzelhandels“ verkauft wurde. Die Weihnachtsgeschenke sind ausgepackt, die Umtausch-Hysterie gehört der Vergangenheit an, Raketen und Böller nahmen im Einkaufswagen trotz Greta wie eh und je den Platz ein, wo noch vor wenigen Tagen Christbaumkugeln und heimische Printen ihren Weg zur Kasse fanden. „Alle Jahre wieder“, haben es die Vollsortimenter ihrer erwartungsfrohen Kundschaft einmal mehr vom Endlos-Band über die Köpfe geblasen – wohlwissend, dass doch vieles anders war als früher.

Viel zu oft gab es zum weihnachtlichen Päckchen nicht die farbenfrohe Schleife des Fachgeschäfts vor Ort, sondern die hektischen Gesichtszüge des eiligen Paketdienst-Fahrers zu sehen – driving home for christmas. Längst denken die Stadtplaner in Großstädten weniger über Parkraum für Innenstadt-Besucher nach denn über stadtnahe Standorte für Waren-Verteilzentren, von wo aus lautlose E-Scooter die ersehnte Internet-Fracht – im schlimmsten Falle vorbei an abgedunkelten Schaufenstern – zum Endkunden an die heimische Haustür bringen. Eine Entwicklung, der die zentralitätssteigernden Weihnachtsmärkte mit all´ ihrer Schönheit, ihrer Strahl- und Anziehungskraft nur schwerlich Paroli bieten können. 

Zum Start ins neue Jahrzehnt tut die Überlegung not, wie wertvoll uns der freundliche Empfang im Haushaltswaren-Fachgeschäft ist, was uns der nette Plausch über die Ladentheke oder das persönliche Beratungsgespräch beim Banker unseres Vertrauens wirklich bedeutet. Es macht doch Sinn darüber nachzudenken, ob nicht auch das Einkaufserlebnis vor Ort genau den Weg fortsetzt, auf dem man bereits auf die unsäglichen Plastiktaschen verzichtete, die unsere Weltmeere verdrecken.   

Sonst könnte es noch soweit kommen, dass wir ein schleichendes Einzelhandels-Sterben erleben und wir uns alle neben dem Friday For Future an den Sunday For Shops gewöhnen müssen. Und dies in Erinnerung an die gute alte Zeit, als es im Fachgeschäft noch farblich auf Geschenkkartons abgestimmte Schleifen gab und der Advent die Tage bis zum Christfest zählte und nicht jene bis zur Ankunft des Paketboten. 

Kuypers Hans Josef 520

Eine RP-Kolumne von Hans-Josef Kuypers, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve