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Kalkar setzt auf Gewerbeflächen, die ehemalige Wöhrmann-Immobilie und erneut auf die Burg Boetzelaer  

Bildunterschrift: 61.000 Quadratmeter groß ist der ehemalige Molkereistandort, für den der Eigentümer heute etwa zwei Millionen Euro als Kaufpreis aufruft. Die im Volksmund als „Wöhrmann-Immobilie“ bekannte Produktionsstätte dürfte auch heute noch für die Lebensmittel-, Saft- und Getränkeindustrie sowie für die Logistik interessant sein. Jüngere Überlegungen denken auch an eine Nutzung mit landwirtschaftlicher Prägung.

Kreis Kleve – Die Messemacher der Expo Real in München haben in den zwei Jahrzehnten, seit es diese Fachmesse für Immobilien und Investitionen gibt, eine Menge daraus gemacht. „Die Ausstellungsbereiche bilden die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilienbranche ab und beinhalten Projektentwicklung, Beratung, Finanzierung und Realisierung, Betrieb und Investition“ heißt es in den Ankündigungen zu dieser fürs Fachpublikum gedachten Veranstaltung. Kaum ein anerkennungswürdiger Standort, kaum eine prosperierende Region, kaum eine imageprägende Investition kann sich erlauben, diese größte bundesdeutsche Messeplattform zu ignorieren. Da verwundert es wenig, dass sich die Projektentwickler wie die Wirtschaftsförderer landauf landab diese Tage im Oktober dick in ihre Kalender eintragen, trifft sich auf der Expo Real doch das „who-is-who“ der Branche.

In diesem Jahr werden aufmerksame Beobachter auch auf gleich drei Offerten aus Kalkar stoßen können. Nach wie vor sucht die FrieslandCampina einen neuen Eigentümer für das riesige Bauwerk, das in der Region besser als Wöhrmann-Immobilie bekannt ist. Vor wenigen Jahren wurde hier der Molkereistandort aufgegeben, die Produktion stillgelegt. In ersten Schritten hatte die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve alle namhaften Vertreter der Milchwirtschaft, der Saft- und Getränkeindustrie aufmerksam gemacht. Ohne bleibenden Erfolg.

So bringt die Expo Real-Abordnung vom Niederrhein auch diesmal eine gehörige Portion Optimismus in die bayerische Landeshauptstadt, um die über 60.000 Quadratmeter Gewerbefläche mit 18.000 Quadratmetern Produktionsfläche, Lagerhallen und Verwaltungsgebäude in neue Hände geben zu können. Alle technischen Geräte und Edelstahlbehälter sind mittlerweile entfernt. Lediglich das Hochregallager schmückt noch das Innere und weist auf gute alte Zeiten hin. Als Preis für das ehemalige Werksgelände werden nicht ganz zwei Millionen Euro aufgerufen.

Wer denn in der Nicolaistadt gänzlich neu bauen möchte, dem bietet Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler Flächen im Gewerbepark Kalkar-Kehrum an. Betriebsansiedlungen mit Schwerpunkt aus den Bereichen Lebensmittel, Metall-, Baugewerbe, Fahrzeugbau, Gesundheit und Gartenbau werden als passend empfunden. Das Gewerbe- und Industriegebiet ist nach Angaben der Kalkarer voll erschlossen.

Als zweifelsfrei optisches Highlight im Immobilienguide der Standort Niederrhein GmbH steht die alt-ehrwürdige Burg Boetzelaer zu Buche. „Hotel-Investor gesucht“, lautet die Überschrift neben der attraktiven Luftaufnahme und gibt damit den ersten Tipp für weitere künftige Nutzungsmöglichkeiten.

Die Burg Boetzelaer, eine der ältesten und bedeutendsten Wasserburgen im deutsch-niederländischen Grenzraum, erlaubt die Erweiterung als Hotel von 20 Betten auf 100 Betten einschließlich Vollgastronomie und der erforderlichen Nebeneinrichtungen und Stellplätze. Die Vorplanung sei, so der Immobilienguide, mit den Denkmalbehörden abgestimmt. Ein genehmigter Vorbescheid des Kreises Kleve liege vor. Kurzum: Die Stadt Kalkar hat sich in Vorbereitung der Expo Real bei der werblichen Darstellung ureigener Angebote im Hauptprospekt recht breit gemacht.

Bildunterschrift: Die Burg Boetzelaer ist zweifelsfrei das schönste Objekt, mit dem die Kreis Kleve-Abordnung nach München reist. Nicht wenige, allen voran Maximilian Freiherr von Wendt als Eigentümer, wünschen sich eine Erweiterung zum 100-Betten-Hotel.